Veranlassung

In der Ortslage Evershagen bestanden Defizite in der Abführung oberflächlich anströmenden Wassers. Dadurch waren die angrenzenden Obstbauflächen, die Wohngebiete an der Mühlenstraße und Theodor-Körner-Straße, sowie der Wirtschaftsstandort mit Wohnbebauung Sievershäger Weg von Überschwemmung bedroht. Nach Erstellung einer gutachterlichen Bewertung im Jahr 2012 unter Berücksichtigung der Starkregenereignisse von 2011 wurden verschiedene Maßnahmen erarbeitet, um den Binnenhochwasserschutz im Gebiet zu verbessern. Die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gewässers wurde so verbessert, dass nun die Fassung eines Hochwassers mit einer iederkehrwahrscheinlichkeit von 100 Jahren gewährleistet ist.

Plangebiet

Das Gewässer 2/8 entspringt am Mühlenteich in Rostock-Evershagen und fließt in Ost-West-Richtung durch landwirtschaftlich genutzte Flächen bis zu seiner Mündung in den Schmarler Bach. Es hat eine Länge von 2.814 m und fasst das Oberflächenwasser eines Einzugsgebietes von 3,3 km².

Abb1: Übersichtskarte

Planungsgrundlagen/Defizite

Die Defizite bestanden u.a. in zu kleinen Ausbauprofilen und nicht ausreichendem Gefälle. Zur Beseitigung dieser Defizite wurde die Vergrößerung des Grabenprofils unter Einhaltung eines Mindestgefälles von 3 Promille vorgesehen.

Weitere Planungsgrundlage war der Verlauf des Gewässers an einem Hang, der nach Norden hin abfällt. Da das Gewässer in Ost-West-Richtung und somit parallel zu den Höhenlinien verläuft, waren besonders die Gebiete auf der nördlichen, tiefer liegenden Seite gefährdet. In diesem Gebiet liegen auch das Wohngebiet um die Theodor-Körner-Straße und das Gewässer 2-6, welches aufgrund erheblicher Mängel bereits 2013 ausgebaut wurde. Der Ausbau des Gewässers 2-8 entlastet das gefährdete Gewässer 2-6 und gewährleistet im Zusammenhang mit den vorigen Maßnahmen den vollständigen Schutz des Wohngebiets an der Theodor-Körner-Straße vor Überschwemmung.

Umsetzung

Das Gewässer 2/8 wurde auf 2.488 m ökologisch durchgängig und hydraulisch angepasst hergestellt. Dazu wurde das Profil des ehemals mit steilen Böschungen versehenen Gewässers naturnah abgeflacht und leicht verschwenkt. Vorgaben für den Gewässerausbau waren:

  • Keine gradlinige Linienführung
  • Einhaltung eines Mindestgefälles von 3 Promille
  • Variable Breite der Grabensohle
  • Wechselnde Böschungsneigung von 1:2 und 1:3
  • Anordnung von wechselseitigen Bermen

Die Verbreiterung des Grabenprofils erfolgte einseitig, sodass Bäume und Hecken auf der anderen Seite bestehen blieben.

Eine Teilverrohrung des Gewässers wurde komplett außer Betrieb genommen und das Gewässer dort geöffnet. Damit ist ein größerer Retentionsraum vorhanden, um oberflächlich anfallendes Wasser in diesem mit sehr undurchlässigen Böden ausgestattetem Gebiet aufnehmen zu können. Mit der Vergrößerung der sieben Durchlässe wurden zudem hydraulische Schwachstellen beseitigt, die vormals zur Ausuferung des Gewässers geführt haben. Zudem wurde alle Durchlässe als Wellstahlprofil mit einer durchwanderwaren Sohle ausgestattet, sodass dieser Gewässerabschnitt ökologisch durchgängig ist.

Finanzierung

Die Finanzierung der Gesamtsumme von 602.00 € erfolgte unter Zuhilfenahme von Fördermitteln des Landes in Höhe von 427.000 €, den Eigenanteil brachte die Hanse- und Universitätsstadt Rostock auf, er betrug 175.000 €