Verbesserung Binnenhochwasserschutz in Graal-Müritz
Veranlassung
Der Wasser- und Bodenverband „Untere Warnow-Küste“ betreibt im Sinne der Vorflutbeschaffung im Ostseeheilbad Graal-Müritz das Schöpfwerk Stromgraben. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über etwa 50 km2 und umfasst zu großen Teilen Waldfläche. Das in den 1920-iger Jahren, auf Grund zunehmender Bebauung der Ortslage, errichtete Schöpfwerk wurde in der Vergangenheit durch verschiedene Baumaßnahmen sowie maschinentechnische Arbeiten nachgerüstet um eine Erhöhung der Schöpfwerksleistung sowie eine zuverlässige Betriebsweise zu gewährleisten. Nach über 80 Betriebsjahren hat der Baukörper seine Nutzungsgrenze erreicht. Aus diesem Grund wurde Mitte 2014 im Auftrag des Wasser- und Bodenverbandes „Untere Warnow-Küste“ mit der Umsetzung des Projektes „Ersatzneubau Schöpfwerk Stromgraben“ in Graal-Müritz begonnen.
Entwicklung des Planungsgebietes mit Anlagen
Das alte Schöpfwerk Stromgraben wurde in Blockbauweise errichtet. Das Einlaufbauwerk, die Pumpeneinlaufkammer sowie das ursprüngliche Auslaufbauwerk waren in einem Baukörper (siehe Abbildung 1) etabliert. Im Jahr 1996 wurde das Schöpfwerk mit zwei neuen Tauchpumpen vom Typ VTP 550 mit einer Leistung von je 2500 m3/h ausgerüstet.
Nach dem Sommerhochwasser im Jahr 2011 wurde zudem eine 3. Pumpe vom Typ VP 500 eingebaut. Diese wird als einzige in den geplanten Neubau integriert. Der Auslauf des alten Schöpfwerkes erfolgte bis 2008 über 2 Rohrleitungen in einen ca. 5 m breiten und ca. 140 m langen Auslaufgraben in die Ostsee (siehe Abbildung 2).
Im Jahr 2008 wurde der bisher offene Auslaufgraben durch eine ca. 280 m lange Seeauslaufleitung ersetzt, weil im Rahmen von Küstenschutzmaßnahmen eine Vollschutzdüne errichtet wurde. Die Druckrohrleitungen der Pumpen entwässern über einen Zwischenbehälter in die Seeauslaufleitung. Das geschöpfte Wasser gelangt durch dieses System in die Ostsee (siehe Abbildung 3) .
Planungsgebiet
Baumaßnahmen
Im Zuge der Errichtung des neuen Schöpfwerkes erfolgt zwischen Oktober 2014 und Mitte 2015 eine Sohlvertiefung des Mahlbusens mit Hilfe von Schwimmbaggertechnik (siehe Abb. 5). Dabei werden insgesamt 4000 m3 Sediment aus dem Mahlbusen entnommen und in 3 Spülfelder geleitet (siehe Karte).
Das Schöpfwerk wurde mit vier Pumpen unterschiedlicher Leistung ausgestattet, um eine Anpassung an verschiedene Szenarien des Zuflusses zu ermöglichen sowie eine energieökonomische Fahrweise zu gewährleisten. Darüber hinaus wurde eine Datenfernübertragung integriert um eine regelmäßige Überwachung des Schöpfwerkbetriebes zu sichern.
Finanzierung
Die Gesamtkosten des Bauvorhabens betrugen 3.190.800 €, davon waren 2.820.500 € zuwendungsfähig. Es wurden insgesamt 1.975.000 € Fördermittel ausgereicht. Der Eigenanteil in Höhe von 1.216.000 € wurde von den 4 bevorteilten Gemeinden (Hansestadt Rostock, Graal-Müritz, Rövershagen und Gelbensande) sowie vom Land M-V finanziert.






